© Franz Marc Museum, Kochel a. See, Stiftung Etta und Otto Stangl

Blautöne

„Den Namen [...] erfanden wir [Franz Marc und Wassily Kandinsky] am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf; beide liebten wir Blau, Mark – Pferde, ich – Reiter. So kam der Name von selbst. Und der märchenhafte Kaffee von Frau Maria Marc mundete uns noch besser."

Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, August Macke und weitere KünstlerInnen revolutionierten zwischen 1908 und 1914 die Malerei des 20. Jahrhunderts. Inspiriert von der Landschaft rund um Murnau a. Staffelsee und der bayerischen Volkskunst vollzog sich ein künstlerischer Umbruch und damit der Schritt hin zum Expressionismus – innerhalb der Neuen Künstlervereinigung München und später, nach dem Austritt Kandinskys, Marcs, Münters und Kubins, im Rahmen der Gruppe Blauer Reiter.

Die Künstler des Blauen Reiters, sie alle lebten vor dem Ersten Weltkrieg in der idyllischen oberbayerischen Voralpenlandschaft zwischen Kochel a. See und Murnau a. Staffelsee. Sie vereinte ein gemeinsames Kunstverständnis. Jeder einzelne von ihnen entwickelte jedoch seinen ganz persönlichen Malstil. Ihr reger Gedankenaustausch führte schließlich zur Herausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter" (1912) – eine der wichtigsten programmatischen Schriften für die Kunst des vergangenen Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum – und Kandinskys kunsttheoretischer Schrift „Über das Geistige in der Kunst" (1911).

Gabriele Münter

Viele verbinden mit dem Namen Gabriele Münter das Genie Kandinsky, in dessen Schatten sie beinahe fünfzehn Jahre lebte. Münter zählt dennoch neben Paula Modersohn-Becker zu den großen Künstlerinnen der deutschen Moderne nach 1900.

Wassily Kandinsky

Als Maler und Theoretiker der abstrakten Kunst trug Wassily Kandinsky wesentlich dazu bei, den Gegenstand im herkömmlichen Sinne zu verabschieden. Er ist einer der Bahnbrecher der Kunst des vergangenen Jahrhunderts.

Alexej von Jawlensky

Jawlenskys Malstil war außergewöhnlich und fasziniert durch seine farbintensiven Kompositionen. Inspiration fand er in Cézanne, Gauguin, Matisse und van Gogh. Beeinflusst von ihren Arbeiten und im Austausch mit Marianne von Werefkin fand er zu einem unverwechselbaren Stil.

Marianne von Werefkin

Werefkins Farbe, obgleich leuchtend, ist auffallend oft von schwarz durchsetzt. Dennoch findet sich vor allem in den in Murnau entstandenen Werken eine Farbintensität, die durchaus mit der von Jawlensky und Kandinsky vergleichbar ist.

Franz Marc

Marcs stilisierte Tierwelt sucht nicht das Äußere zu zeichnen, sondern das Innere, sein Wesen. Die Tiere zu malen, wie sie fühlen, nicht, wie der Mensch sie sieht, das war sein Ziel. Dabei bewegte er sich immer weiter hin zur abstrakten Malerei.