Walter von Molo

Walter von Molo (1880-1958) wurde als zweiter Sohn einer alten Reichsritterfamilie in Sternberg (Mähren) geboren. Seine Eltern, die aus Bayern kamen, lebten in Wien, wo der Vater Carl von Molo als Prokurist in einem Großhandelskaufhaus arbeitete. Nach dem Abitur studierte er Maschinenbau und Elektrotechnik an der „K.k. technischen Hochschule" in Wien. Von seinen Erfahrungen während des Studiums zeugt noch heute sein historisch-biografisches Werk „Vom Schreibtisch und aus der Werkstatt – Meine Studentenjahre".

Die anschließende Arbeitssuche gestaltete sich schwierig: Als Volontär arbeitete er für Siemens & Halske mehrere Monate ohne jeglichen Lohn. Danach erhielt er eine bezahlte Stelle in der Drehstromabteilung. Ab 1904 arbeitete von Molo beim Patentamt Wien. 1905 veröffentlichte er gemeinsam mit Gottfried Dimmer das Buch „Wie mache ich eine österreichische Patentanmeldung? Eine Anleitung zur Herstellung der Patentunterlagen". Die Gefahr, unbeabsichtigt technische Geheimnisse zu publizieren, die von Molo als Sachbearbeiter vorlagen, war schließlich der Behörde zu groß. Man einigte sich auf ein Ende seiner Beamtenlaufbahn.

Walter von Molo zog nach Berlin, wo er sich ausschließlich der Literatur widmete. Er schrieb Bücher, Essays, Theaterstücke, arbeitete für den Berliner Rundfunk und wurde Mitglied der Akademie der Künste, der Sektion Dichtkunst. Als 1933 die Nationalsozialisten die politische Führung übernahmen, beschlossen Walter von Molo und seine Frau Anne, geb. Mummenhoff, nach Hechendorf bei Murnau zu ziehen. Dort kauften sie sich ein Anwesen, den sog. Molohof. Von Molos Leben auf dem Land war nicht die Idylle, die er erwartet hatte – auch aufgrund der nationalsozialistischen Gesinnung eines Teil der hiesigen Bevölkerung.

Trotz strikter Zensur konnte er bis 1940 jedes Jahr ein Buch veröffentlichen. Seine Theaterstücke wurden auf den deutschen Bühnen gespielt. Doch seine Romane passten den Machthabern schließlich nicht mehr. Verleger kündigten ihm die Zusammenarbeit. Von Molos Bibliothek wurde überprüft, sein Arbeitszimmer durchsucht. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt Walter von Molo 1955 das Bundesverdienstkreuz und wurde ordentliches Mitglied in der neu gegründeten Akademie der Künste West-Berlin und Ehrenvorsitzender aller deutschen Schriftstellerverbände. 1958 verstarb Walter von Molo in Murnau. Sein Urnengrab befindet sich auf dem Grundstück des heutigen Molo-Parks.

 

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