Inhaltsbereich: Traditionelle Ausstellung der zeitgenössischen Murnauer Hinterglasmaler vom 11.-19.08.2012
Die 300jährige Tradition der Hinterglasmalerei in Murnau wird auch heute noch gepflegt. Vom 11.-19.08.2012 vermitteln die Murnauer Hinterglasmaler in ihrer Sommerausstellung einen Überblick über ihr derzeitiges Schaffen. Die Farben, Motive und Formen sind sehr vielseitig und reichen weit über den religiösen Rahmen hinaus.
Pfarrheim "St. Nikolaus", neben der Kath. Kirche
Öffnungszeiten:
täglich: 10.00 - 12.00 und 14.00 - 18.00 Uhr
Zur Geschichte der Murnauer Hinterglasmalerei
In Murnau etablierte sich nach dem 30-jährigen Krieg ein neuer, künstlerisch orientierter Erwerbszweig, die Hinterglasmalerei. In den Kirchenmatrikeln war 1681 mit Lorenz Gastl erstmals als Berufszweig der Sohn eines Glasmalers aufgeführt. Durch die Gründung der Glashütte in Aschau bei Murnau 1731 wurde die Ausweitung und Entwicklung der Glaskunst am Staffelsee vorangetrieben.
Es entstand ein regelrechter Landhandel. Die Hinterglasbilder wurden in Familienwerkstätten hergestellt, in denen sämtliche Familienmitglieder und Verwandte mitarbeiteten. So erlangte die Hinterglasmalerei für Murnau im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung.
Während ihrer Blütezeit wurden Hinterglasbilder in verschiedenen Techniken sowohl mit religiösen als auch mit profanen Motiven geschaffen: Vedouten, Landschaften, Genreszenen und allegorische Darstellungen, daneben Heiligenbilder und Themen des Alten und Neuen Testaments als religiöser Wandschmuck. Für den kirchlichen Bereich wurden z. B. Kreuzwegfolgen gemalt. Für besondere persönliche Anlässe waren Bilder mit den Namensheiligen gefragt, ebenso Darstellungen mit Wallfahrtsheiligen, Neujahrsglückwünsche und andere an christlich-religiöses Brauchtum gebundene Motive.
Am Staffelsee fanden sich Verleger, die ein weitreichendes Handelsnetz für den Verkauf größerer Bildermengen aufbauten. Der Export des Verlagshandels mit Hinterglasbildern reichte bis nach Skandinavien, England, in die Niederlande, nach Russland, Spanien und Südamerika.
Auch die Maler des Blauen Reiters, Kandinsky, Münter, Werefkin und Jawlensky, waren von der Formreduzierung, der Flächigkeit und der leuchtenden Farbigkeit dieser Volkskunst angeregt. Nach anfänglichem Kopieren historischer Vorbilder malten besonders Münter und Kandinsky bald Hinterglasbilder nach eigenen Entwürfen und in ihrer neuen expressiven Bildsprache.
Einen Überblick über die Hinterglasmalerei im Staffelsee-Raum im Vergleich zu der weltweiten Hinterglasbild-Herstellung erhält man in der Hauptausstellung des Schloßmuseums Murnau, die auch eine internationale Hinterglasbildsammlung beherbergt.
Informationen:
Tourist-Information, Kohlgruber Straße 1
82418 Murnau, Tel. 08841/6141-0
E-mail: touristinformation@murnau.de






















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