Tradition

Wenn Blumen Pferdeschweife schmücken und der Himmel mit dem Schiff fährt, dann befinden Sie sich im Blauen Land. Dort werden Feste gefeiert wie vor hunderten von Jahren. Auch wenn man bei der Leonhardifahrt nicht selbst hoch zu Ross ist oder bei der Seeprozession nicht selbst im Boot sitzt, auch als Zuschauer fühlt man sich eins mit den originalen Gebräuchen. Dasselbe gilt für die Seefeste, das Faschingstreiben, die Advents- und Weihnachtsveranstaltungen sowie die kirchlichen Feste. Erleben Sie im Blauen Land oberbayerische Tradition von seiner ursprünglichen Seite.

Hinterglasmalerei

Neben der Federblumenherstellung und der Lebzelterei gehört die Hinterglasmalerei zu den traditionsreichen Kunsthandwerken Murnaus. Aufgrund eines regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausches mit dem Kunstzentrum Augsburg, erhielten einige Murnauer Glasmaler dort ihre Ausbildung. Daraufhin entwickelte sich in Murnau eine qualitativ hochwertige Hinterglasmalerei.

Ihr Stil sowie ihre Motive waren von der spätbarocken Tradition Oberbayerns geprägt, die sie unmittelbar über meist in Augsburg gedruckte Kupferstich-Vorlagen für ihre Bilder übernahmen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Nachfrage nach Hinterglasbildern und so fertigte man in den umliegenden Orten einfachere Bildtypen für den Massenbedarf: leuchtende Farben, einfache schwarze Konturen und eine gewisse Primitivität der Darstellung. Es war ein Nebeneinander malerisch anspruchsvoller Bilder und populärer Serien.

Im Laufe des 19. Jahrhundert verdrängten die neuen farbigen Lithografien dieses Kunsthandwerk. Dennoch wurde die volkstümliche Hinterglasmalerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederbelebt: durch einen neuen Abnehmerkreis, die Sommerfrischler. Zu ihnen zählten auch die Künstler des Blauen Reiters. Sie begannen selbst in dieser Technik zu arbeiten und malten zunächst nach historischen Vorbildern. Inspiriert von diesem Kunsthandwerk entwickelten sie eine neue künstlerische Ausdrucksform: den Expressionismus.

Es gibt nur mehr wenige Hinterglaskünstler im ländlichen Raum um Murnau a. Staffelsee. Ihr Können lässt ein Stück Geschichte weiterleben und trägt zu einer vielfältigen Kunstszene im Blauen Land bei.

Murnaus Hinterglasmaler

Schloßmuseum Murnau

 

Schäfflertanz

Der Schäfflertanz ist wohl der einzige mittelalterliche Tanz einer Zunft, der bis heute als lebendiges Brauchtum überdauert. Er symbolisiert den Zusammenhalt der Zunft. Denn die Schäffler kamen zusammen, führten einen im Mittelalter beliebten Reigentanz auf und präsentierten dabei Gegenstände ihres Handwerks: nicht geschlossene Reifen, im Halbkreis als Bogen mit Buchs umwunden.

Als sich die Pest in Europa ausbreitete, blieb die Zunft der Schäffler nahezu unversehrt. Denn aufgrund des übel riechenden Auspichen der Fässer mit Baumharz und Feuer arbeiteten sie außerhalb der Städte. Darüber hinaus wird angenommen, dass der beißende Geruch bzw. dessen Bestandteile das Immunsystem der Schäffler stärkte, auch in Bezug auf den Schwarzen Tod.
Um weiterhin von ihrem Handwerk leben zu können, lockten die Schäffler mit Hilfe ihres Tanzes die verängstige Bevölkerung aus ihren Häusern. So kam es 1517 in München zum sog. Pest-Gelübde: Alle sieben Jahre sollte die Zunft ihren Tanz präsentieren und damit an diese schreckliche Zeit erinnern.

Murnaus Schäfflertanz zählt zu einem der ältesten in Bayern. Seine Tradition führt bis ins Jahr 1859 zurück und sein Ablauf ist seitdem nahezu unverändert geblieben: Honeur, Laube, Sommerhaus, Kreuz, Krone, Wolkentanz, Kontratanz, Reifenschwung und Fasskasperl. Die symbolträchtigen Tanzfiguren sowie die traditionsreiche Tracht sind ein Fest für die Sinne. Ein faszinierendes Schauspiel mit Geschichte, das Ihnen Murnaus Schäffler alle sieben Jahre bieten.

Der nächste Schäfflertanz findet im Januar 2020 statt.

Kontakt

Verein zur Erhaltung des Murnauer Schäfflertanzes e.V.
Hagener Leite 9
82418 Murnau a. Staffelsee

E-Mail: info@schaeffler-murnau.de | www.schaeffler-murnau.de

Fasching

Die Fünfte Jahreszeit beginnt, wenn sich das Blaue Land hinter Masken versteckt. Zählt es auch nicht zu den Hochburgen des Karnevals, so versteht man sich hier aufs Feiern: bei Weiberkranzln, Gungln und Bällen. Und auch die Umzüge der Maschkera laden zum Staunen und Amüsieren ein. Denn dort wird nicht nur die Politik aufs Korn genommen, sondern auch Kunsthandwerk zur Schau gestellt und Tradition gelebt.

Manchmal sogar steht ein ganzes Dorf Kopf: Seehausen. Mal bevölkern Wüstenbewohner den kleinen Fleck am Staffelsee oder Olympioniken trainieren ihre Muskeln. Der Phantasie sind beim Seehauser Burschenverein, der die originellen Mottos und Kostüme organisiert, keine Grenzen gesetzt. Auch in anderen Orten des Blauen Landes ist der Fasching fester Bestandteil des Kalenders: Durch Ohlstadt und Uffing wälzt sich alle zwei Jahre ein Festzug von Narrenwägen. Schellenrührer, Hexen und Bärentreiber treiben am Faschingssonntag zu Mittag in der Fußgängerzone in Murnau ihr Unwesen. Und bei den zahlreichen Bällen sorgt oftmals eine Prinzengarde für die richtige Stimmung.

Veranstaltungen im Fasching

 

Maibaum

Als Sinnbild für frühlingshafte Lebenskraft wird der Maibaum im sog. Wonnemonat von den ortsansässigen Burschen aufgestellt. Das erfordert Kraft. Denn die meist recht stattliche Fichte wird gemäß dem Brauch mit gekreuzten Stangenpaaren, den sog. Schwaiberl, Schritt für Schritt in die Höhe gehievt, bis der Maibaum in seiner Verankerung steht.

Murnaus Maibaum ist mit Handwerks-, Zunft- und Gewerbezeichen sowie mit Trachtenfiguren versehen und der Stamm ist immer natur belassen – eine Augenweide. Im Turnus von drei bis fünf Jahren wird er regelmäßig erneuert.

Ob der Brauch auf eine Baum- und Waldverehrung aus germanischer Zeit zurückgeht oder der Maibaum Fruchtbarkeit und Segen symbolisiert, ist nach getaner Arbeit Nebensache. Denn dann zeigen Burschen und Mädchen den uralten Bandltanz. Es wird getanzt und gelacht.

 

Seefeste

Im Juni und Juli finden Feste am Ufer rund um den Staffelsee statt. Gemeinsam wird gefeiert, getanzt und musiziert. Die Seefeste haben ihre Authentizität bewahrt: Gegrilltes, eine frische Maß Bier, zünftige Blasmusik und Tanzeinlagen der örtlichen Trachtenvereine. So ist das gemütliche Beisammensein sehr beliebt bei Gästen wie bei Einheimischen. Am Ende steht man lediglich vor der Wahl, selbst das Tanzbein zu schwingen oder einfach die gemütliche Stimmung bei Sonnenuntergang über dem See zu genießen. Und ist erst einmal die Nacht hereingebrochen, beeindrucken ein buntes Feuerwerk sowie hunderte von kleinen Lampions auf kleinen, im Staffelsee verteilten Booten die Besucher.

Daneben gibt es seit 1985 das traditionelle Fischerstechen in Seehausen, das erstmalig Ende des 19. Jahrhunderts anlässlich einer Hochzeit durchgeführt wurde. Alljährlich am 15. August, an Maria Himmelfahrt, treten 24 junge Burschen aus dem Dorf gegeneinander an, um den Fischerkönig zu ermitteln. Dafür werden zwei Boote mit Holzbrettern verlängert, an deren Enden die Kontrahenten stehen. Mit Lanzen bewaffnet versuchen sie ihr Gegenüber ins Wasser zu befördern. Eine Gaudi für Zuschauer und alle Beteiligten.

Informationen zu den Seefesten und ihren Terminen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender sowie auf den Websites der Gemeinden Seehausen und Uffing a. Staffelsee.

Kontakt

Verkehrsamt Seehausen
Johannisstraße 8
82418 Seehausen a. Staffelsee

Telefon: 08841 3550 oder 616912
Telefax: 08841 4231 oder 616911
E-Mail verkehrsamt-seehausen@t-online.de | www.seehausen-am-staffelsee.de

 

Verkehrsamt Uffing
Hauptstraße 2
82449 Uffing a. Staffelsee

Telefon: 08846 9202 13
Telefax: 08846 9202 25
E-Mail: verkehrsamt@uffing.de | www.uffing.de

König Ludwig II.

Jedes Jahr anlässlich des Geburtstags des Kinis bringen ihm die Murnauer Trachtenvereine an seinem Denkmal ein Ständchen. Aber die Errichtung des Monuments ist das Ende einer Geschichte, die viel früher begann:

Als der König auf dem Weg von München nach Linderhof in Murnau seine Pferde umspannen ließ, nutzte er den Halt, um sich von der Posthalterin ein Omelette servieren zu lassen. Es musste ein ganz besonderes gewesen sein, ein königliches eben, für einen verwöhnten Gaumen. Und er wollte es immer wieder, wenn er nach Murnau kam. Als er über den Höhenrücken weiterfuhr, der heute den Namen Ludwigshöhe trägt, schien eine Idee in ihm zu reifen: Die Insel Wörth im Staffelsee könnte groß genug sein, um auf ihr ein Schloss, eines ähnlich dem in Versailles, zu erbauen. Er besprach dies mit dem Posthalter Bayerlacher, der versuchte, die Besitzer der Insel dafür zu gewinnen. Vergebens. Die Insel blieb in ihrem Eigentum und Ludwig blieb verstimmt zurück. Sein Gespür für architektonische Zaubereien konnte er hier nicht verwirklichen.

Nach seinem Tod betraute der glühende Königsverehrer Bayerlacher den bekannten Münchner Bildhauer Prof. Hauptmann mit der Erstellung einer Büste. Diese sollte den König, umgeben von zwei bronzenen Löwen aus der Gießerei Liebhaber, zeigen. Es war das erste König-Ludwig-Denkmal in ganz Bayern. Die vielen tausend Besucher und Vereine, die zur Einweihung 1894 nach Murnau kamen, bezeugten die Liebe zu ihrem König. Und auch Bayerlacher genoss als Initiator dieses Verehrungskultes anhaltendes Ansehen. Heute führt der Urenkel der bemerkenswerten Bayerlacherin das Hotel Post in Murnau engagiert weiter. Und wer will, bekommt auch die Vitrine mit Andenken an den Kini zu sehen.

Das Ständchen des Murnauer Trachten-Erhaltungsvereins findet jedes Jahr am Wochenende seines Geburtstages am Denkmal des Kinis statt, direkt gegenüber dem Kultur- und Tagungszentrum. Dort wird anschließend das Tanzbein zu bayerischen Rhythmen geschwungen. 

Leonhardifahrt

Jedes Jahr am 6. November werden die Pferde geschmückt und die Wägen der Blaskapellen, Ministranten, Schützen- und Trachtenvereine mit Blumen und christlichen Motiven verziert. Und all das für die traditionelle Pferde-Wallfahrt, der Leonhardifahrt von Murnau a. Staffelsee nach Froschhausen.

Es ist wohl eine der traditionsreichsten und eindrucksvollsten Wallfahrten im Oberland. Über 300 festlich geschmückte Pferde, 65 Festwägen und acht Kutschen bilden einen bunten Zug. Die Mitglieder der Vereine haben ihr Festtagsgewand angelegt und reihen sich in die Prozession, ebenso die Rösser des Bayerischen Haupt- und Landgestüts Schwaiganger.

Ihr Ziel ist die Rokoko-Kirche St. Leonhard im Ortsteil Froschhausen. Dort segnet der Geistliche die Pferde, bevor sich unweit davon Ross und Reiter zur abschließenden Feldmesse für St. Leonhard versammeln. Der Heilige, der sich ursprünglich nur für Gefangene einsetzte, wurde schon bald zum Schutzpatron von um Hilfe Bittenden sowie Ochse, Kuh und Pferd. Dies bezeugen auch Votivbilder der Kapelle St. Leonhard in Froschhausen.

 FESTPROGRAMM 

08:00 Uhr  Leonhardimarkt in Murnau

09:00 Uhr                              

Beginn der Leonhardifahrt von Murnau nach Froschhausen, anschließend Pferdesegnung, Feldgottesdienst und Weißwurst-Essen auf der Wiese vor der Kirche St. Leonhard  
20:00 Uhr  Leonhardi-Tanz im Kultur- und Tagungszentrum 

Weihnachten

In der Region, wo die Maler des Blauen Reiters ihren legendären Farbenrausch ausgelebt haben, beherrscht die „staade Zeit" andere Mächte. Tausende von Lichtern leuchten durch die verschneite Stadt. Geschmückte Christbäume, Straßenzüge und Geschäfte laden zum Träumen ein. Der Duft von Lebkuchen, gebrannten Mandeln und Glühwein strömt durch die Straßen und Gassen.

Beinahe klingt es beliebig. Doch die vielerorts stattfindenden Christkindlmärkte rund um Murnau haben nichts mit denen der Großstädte gemein. Auf ihren Tischen findet man überwiegend in heimischen Stuben gefertigte Dekorationsartikel, erlesene Köstlichkeiten und Geschenke. Der Unterschied liegt in der Qualität und in den liebevollen Details.

Im Freilichtmuseum Glentleiten können Sie den Kunsthandwerkern am ersten Adventwochenende sogar bei der Entstehung ihrer originellen Geschenke zusehen. In den alten Bauernstuben spielen kleine Gruppen oberbayerische Weisen, die zum Mitsingen einladen und die kleinen Besucher werden bereits vom Nikolaus erwartet. Auch im Schloßmuseum Murnau gibt es eigens für Kinder jeden Samstagvormittag Zeit zu basteln, während die Eltern in Ruhe den alljährlichen Weihnachtseinkäufen nachgehen können.

In weihnachtliche Stimmung versetzen Sie auch die Murnauer Musik- und Gesangsgruppen, die an allen vier Adventssamstagen in der Pfarrkirche St. Nikolaus um 15.30 Uhr ihr Können unter Beweis stellen. Den feierlichen Abschluss bilden am 4. Advent, nach der Abendmesse der Staffelseechor und die Bläser des Jugend- und Blasorchesters am Christbaum vor dem Schloss mit dem traditionellen Weihnachtsliedersingen.

Murnaus Weihnachtsmärkte

  • Christkindlmarkt der Hobbykünstler
    im Kultur- und Tagungszentrum Murnau, am zweiten Adventswochenende (ganztags)
  • Christkindlmarkt der Vereine
    in der Postgasse, Bahnhofstraße und Münter-Platz, am dritten Adventswochenende: am Samstag von 11.00 bis 20.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr
  • Weihnachtliches Hüttendorf
    in der Murnauer Fußgängerzone, von Ende November bis 24. Dezember (ab dem späten Vormittag)

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MURNAU

Telefon: +49 (0)8841 61 41-0 
Telefax: +49 (0)8841 61 41-21

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82418 Murnau a. Staffelsee
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Öffnungszeiten:

1. Mai bis 30. September
Mo bis Fr09.00 - 17.00 Uhr
Sa, So und feiertags10.00 - 13.00 Uhr

 

1. Oktober bis 30. April
Mo bis Fr09.00 - 12.30 Uhr
und13.30 - 17.00 Uhr
Sa 10.00 - 12.00 Uhr

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