Ödön von Horváth

Ödön von Horváth (1901-1938) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern und Dramatikern des 20. Jahrhunderts. 1931 erhielt er für sein Schaffen den Kleist-Preis, der auch heute noch verliehen wird.

Geboren in Fiume (heute Rijeka) als Sohn eines ungarischen Diplomaten, kam er mit seinen Eltern und seinem Bruder Lajos erstmals 1920 auf Sommerfrische nach Murnau am Staffelsee. Bereits vier Jahre später bezog die Familie ihre neu erbaute Villa in der Bahnhofstraße (abgebrochen 1974). Dort schöpfte der Schriftsteller entscheidende Anregungen für seine Werke. Als Gesellschafts- und Moralkritiker beobachtete er auch hier die „Kleinbürger" und erforschte ihr Denken, Fühlen und Handeln. So entstanden in dieser Zeit seine bekannten Volksstücke „Geschichten aus dem Wiener Wald" (1931), „Kasimir und Karoline" (1932) oder „Glaube Liebe Hoffnung" (1933). Besonders deutlich wird der Bezug zu Horváths Erlebnissen in und um Murnau in seinen „Sportmärchen" (1924), der Komödie „Zur schönen Aussicht" (1926) und dem Volksstück „Italienische Nacht" (1930). Einer der Schauplätze seines Romans „Jugend ohne Gott" (1937) ist ein Zeltlager der Hitler-Jugend bei Murnau. Nach einer Auseinandersetzung mit Nationalsozialisten 1933 verließ Horváth Murnau.

Die 2003 gegründete Ödön-von-Horváth-Gesellschaft pflegt sein kulturelles Erbe durch regelmäßige Veranstaltungen. Seit 2013 vergibt die Ödön-von-Horváth-Stiftung in dreijährigem Rhythmus den Ödön-von-Horváth-Preis. Das Schloßmuseum Murnau zeigt darüber hinaus die weltweit einzige Dauerausstellung zu Horváth.

 

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