Museum Penzberg

© Museum Penzberg, Stefan Geisbauer

Genau hingesehen

Der Münchner Süden mit seiner einzigartigen Landschaft ist seit langem Lebens- und Rückzugsort vieler Künstler: Berühmt sind der Blaue Reiter und die Gruppe ZEN 49. Noch heute gibt es hier eine vielfältige und vitale Kunstszene. Das Stadtmuseum Penzberger fängt in seinen Sonderausstellungen diese lebendige Kunstwelt ein. Die Dauerausstellung widmet sich Heinrich Campendonks (1889-1957).

Das jüngste Mitglied des Blauen Reiters stand lange im Schatten von Marc und Kandinsky. Doch seine gesteigerte Farbwahrnehmung und ein oftmals ekstatischer Schaffensprozess ließen ihn eine eigene künstlerische Entwicklung nehmen, die im Stadtmuseum Penzberg ihren Raum findet. Durch die großzügige Leihgabe von 89 Arbeiten aus dessen Nachlass hat die Penzberger Sammlung einen bedeutenden Zuwachs erfahren. Damit wurde auch die Grundlage für ein Campendonk-Zentrum in Penzberg gelegt.

Darüber hinaus verfügt die Penzberger Sammlung über das einzige Bilddokument der Begegnung des Blauen Reiters mit der Künstlervereinigung Brücke: ein Doppelporträt von Franz und Maria Marc, erstellt von Ernst Ludwig Kirchner.

Heinrich Campendonk

In Krefeld geboren, in Amsterdam verstorben, lebte der Künstler zeitweise im oberbayerischen Sindelsdorf. Als 15-Jähriger absolvierte Heinrich Campendonk eine Aussbildung an der Fachschule für Textilkunde in Krefeld, später dann an der Kunstgewerbeschule. Dort fand er in dem Niederländer Johan Thorn-Prikker einen Lehrer und Förderer. Und schon bald sollte er durch seinen Studienkollegen Helmuth Macke dessen Vetter August Macke kennenlernen.

Macke verhalf ihm schließlich 1910, einen Kontakt zur Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.) herzustellen. Campendonk schickte eine Auswahl seiner Werke an Franz Marc und Wassily Kandinsky, woraufhin diese sich für den in prekären finanziellen Bedingungen lebenden Künstler einsetzten. So übersiedelte er schon bald, im Herbst 1911, nach München und später nach Sindelsdorf, in die unmittelbare Nachbarschaft des von ihm verehrten Franz Marc. Dort lebte er mit seiner Freundin und späteren Ehefrau Adda Deichmann. Campendonks Schaffen dieser Jahre ist stark von den Künstlerfreunden rund um den Blauen Reiter und dem Kubismus geprägt. So erschuf er eigenwillige, märchenhafte, jedoch auch brüchige Idyllen umgewandelte Tier- und Landschaftswelt mit Figurenszenerien in transparent leuchtenden Farbfacetten.

Der Erste Weltkrieg brachte Campendonk einen schwerwiegenden Verlust: den Tod von Franz Marc, der im Gegensatz zu ihm dem Kriegsdienst nicht entging. Wenig später siedelte er deshalb nach Seeshaupt am Starnberger See, in die Nachbarschaft von Jean Bloé Niestlé. Dort besuchte er regelmäßig die umliegenden Bergarbeiterorte, die er in seinen Werken festhielt. 1921 zog Heinrich Campendonk zurück nach Krefeld und wenige Jahre später nach Düsseldorf, wo er auf Empfehlung von Walter Kaesbach seine Berufung als Lehrer für Wand- und Glasmalerei, Mosaik und Gobelinweberei fand. Von den Nationalsozialisten aus dem Amt entlassen, erhielt er später eine Professur für Monumentale und dekorative Kunst an der Rijksacademie Amsterdam. Trotz zahlreicher Stellenangebote kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in seine Heimat zurück und verstarb 1957 in der niederländischen Hauptstadt.

Öffnungszeiten

Mi bis So 10.00 – 17.00 Uhr
Do 10.00 – 20.00 Uhr

Anfahrt

Mit dem Bus von Murnau direkt nach Penzberg oder mit der Deutschen Bahn über Tutzing bis Penzberg. Vom Bahnhof Penzberg sind es etwa 20 Minuten zu Fuß zum Museum.

Kontakt

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1
82377 Penzberg

Telefon: 08856 813480
E-Mail: museum@penzberg.de │ www.museum-penzberg.de

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