Marianne von Werefkin

Alexej Jawlensky, Gabriele Münter, Marianne von Werefkin und der kleine Andreas in Murnau © Alexej Jawlensky Stiftung

„Ein Leben ist viel zu wenig für all die Dinge, die ich in mir spüre, und ich erfinde mir dafür andere in mir und außer mir. Ein Wirbel erfundener Wesen umgibt mich und hindert mich, die Wirklichkeit zu sehen. Die Farbe beißt mich ans Herz."

Werefkins Farbe, obgleich leuchtend, ist auffallend oft von schwarz durchsetzt. Es ist ein düsterer Beiklang, der den Betrachter ihrer Werke durchdringt. Es gleicht dem Blick in Werefkins Seele. Denn die Kunst ist in den Augen der Malerin nicht frei von jeglicher Funktion. Sie dient vielmehr als Gegengewicht zu all den Widrigkeiten und Banalitäten des Lebens. Dennoch entstanden während dem Aufenthalt in Murnau Werke mit einer Farbintensität, die durchaus mit derer Jawlenskys und Kandinskys vergleichbar ist.

Marianna Wladimirowna Werewkina (1860-1938), Tochter eines Adligen, wurde 1860 in Tula geboren. Früh erhielt sie eine anspruchsvolle, an westlichen Maßstäben orientierte Erziehung und Ausbildung, die auch die künstlerischen Talente des jungen Mädchens förderten. So studierte sie u. a. 1886 unter Anleitung des berühmten Realisten und Protagonisten der Gruppe „Der Wanderer", Ilja Repin in St. Petersburg. Mit ihren Portraits im Stil eines atmosphärischen Naturalismus errang sie bereits früh große Beachtung. Ihre rechte Hand, die sie bei einem Jagdunfall 1888 durchschoss, heilte nie vollständig. Nur mit Hilfe ausdauernder Übung schaffte sie es schließlich wieder, mit Mal- und Zeichengeräten umzugehen. In der realistischen Malerei erreichte sie bald eine Perfektion, die ihr den Beinamen „russischer Rembrandt" einbrachte.

Ab 1891 arbeitete sie mit Alexej Jawlensky und übersiedelte mit ihm 1896 von St. Petersburg nach München. Dort gab Werefkin fast zehn Jahre lang die Malerei auf, um sich der Förderung von Jawlenskys Talenten zu widmen. Er sollte an ihrer Stelle künstlerisch all das erreichen und verwirklichen, was einem „schwachen Weibe" verwehrt war. Sie befasste sich jedoch intensiv mit Untersuchungen zur Maltechnik sowie kunsttheoretischen Diskussionen und initiierte ihren Salon in der Giselastraße 23, in dem bald ein lebhafter künstlerischer Austausch stattfand – dieser gilt als Wiege der Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.).

Erst gegen Ende einer fast einjährigen Reise durch Frankreich mit Jawlensky begann Werefkin 1907 wieder zu malen. In ihren Werken vereinte sie Einflüsse des Symbolismus und Ideen Ferdinand Hodlers und Edvard Munchs. Der rege Austausch innerhalb der N.K.V.M. und ein Malsommer in Murnau a. Staffelsee führten Werefkin zu dem ihre Werke bestimmenden Thema: der menschlichen Existenz und der Visualisierung von Seelenzuständen. So setzte sich Werefkin intensiv mit der sich verändernden Arbeitswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts auseinander. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zogen Werefkin und Jawlensky in die Schweiz und später an den Lago Maggiore. In Ascona trennte sich das Paar 1921. Marianne von Werefkin lebte dort unter prekären materiellen Bedingungen bis zu ihrem Tod 1938.

 

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