Kaulbach Villa

© Gästeinformation Ohlstadt, Doris Mayer

Des Malerfürstens Heim

In der Kaulbach-Villa werden nicht nur Werke des Münchner Malerfürsten Friedrich August von Kaulbach (1850-1920) präsentiert, sondern auch sein Atelier. Er nutzte das Anwesen in Ohlstadt von 1893 bis 1910 als Sommersitz, später auch als Ruhesitz. Heute beherbergt es neben den Originalräumen auch ein kleines Museum, das sich der Geschichte der kleinen Gemeinde widmet. Das Dorfmuseum beheimatet im Parterre der Villa traditionell eingerichtete Stuben und Wohnräume, altes Handwerk und Gewerbe, sowie Zeitdokumente, festgehalten auf Fotos und Postkarten.

Die Villa war stets Schauplatz der Kunst, aber auch der Familie, die mit Max Beckmann an der Seite Kaulbachs Tochter Mathilde um einen weiteren Kunstschaffenden reicher war. Kaulbach selbst studierte an der königlichen Kunstgewerbeschule in Nürnberg und später bei seinem Vater. 1871 zog er nach München und gehörte neben Franz von Lenbach und Franz von Stuck zu den sogenannten Münchener Malerfürsten. Seine Porträts waren zumeist Auftragsarbeiten, die Porträtierten fast ausschließlich Angehörige der höchsten deutschen und amerikanischen Gesellschaftskreise. Mit Honoraren von jeweils bis zu 90.000 Goldmark konnte sich der im seinerzeit beliebten Neorenaissance-Stil malende Künstler sein Leben fürstlich gestalten. Neben einem herrschaftlichen Stadtpalais in München baute sich der passionierte Jäger 1893 in Ohlstadt einen Sommersitz mit Atelier, Gartenpavillon, Kegelbahn und Schwimmbad – die Kaulbach-Villa. Hier waren Prinzregent Luitpold ebenso zu Gast wie der berühmte Heimatschriftsteller Ludwig Ganghofer.

Friedrich August von Kaulbach war bereits verstorben, als seine jüngste Tochter Mathilde von Kaulbach 1924 den Maler Max Beckmann kennenlernte. In der Ohlstädter Villa, in dem die Witwe Frida von Kaulbach nach dem Tode ihres Mannes lebte, hielten sich Max und Mathilde Beckmann mehrmals auf, unter anderem 1931, 1933, 1934 und 1935. Beckmann nutzte dabei das Atelier seines Schwiegervaters. Es entstanden die Werke „Mondlandschaft im Gebirge mit Schnee", „Gartenlandschaft im Frühling", „Blick aus dem Pavillon" sowie das „Selbstbildnis im großen Spiegel mit Kerze". Obwohl zwischen Friedrich August von Kaulbach und Max Beckmann eine ganze Künstlergeneration liegt und sie sich in Malstil und künstlerischer Auffassung wesentlich unterscheiden, gibt es interessante Parallelen: Beide schufen eine Vielzahl von Selbstbildnissen, Porträts von Familienangehörigen und der gehobenen Gesellschaft. Im Atelier des Künstlers befinden sich heute rund 50 Exponate Kaulbachs sowie Arbeiten von Franz von Lenbach und Olaf Gulbransson.

Öffnungszeiten

Mi, Sa 16.00 – 18.00 Uhr
(April bis Oktober)

Führungen, jeweils um 15.00 Uhr

Kontakt

Gästeinformation Ohlstadt
Rathausplatz 1
82441 Ohlstadt

Telefon: 08841 7480
Telefax: 08841 795986
E-Mail: info@ohlstadt.dewww.ohlstadt.de

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