Ingeborg Haeckel

Die Enkelin des Biologen und Verfechters des Darwinismus, Ernst Haeckel, wurde 1903 in Sonthofen geboren. Schon bald übersiedelten Ingeborg Haeckels Eltern, die beide Maler waren, nach München, der einstigen deutschen Kunststadt. Dort besuchte sie (1903-1994) das Luisen-Gymnasium und arbeitete später nach dem Ersten Weltkrieg zunächst als Stenotypistin in einer Anwaltskanzlei und anschließend als Bürokraft bei der Firma Carl Zeiss in Jena. 1924 ging sie – dank eines Stipendiums des Staates Thüringen und der Carl-Duisberg-Stiftung – ihrem Wunsch, dem Studium der Botanik, Chemie und Erdkunde nach. Zwei Jahre später wechselte sie nach München, um dort zusätzlich Geologie und Zoologie zu studieren. Mit ihrer Arbeit „Über Iridaceen" promovierte sie 1929. 1931 und 1932 legte Haeckel das Staatsexamen für das Lehramt ab.

Doch es zog sie nicht in die Lehre, sondern in die Wissenschaft: zunächst an das Botanische Institut der Universität Göttingen und später nach Halle, wo sie gemeinsam mit Prof. Wilhelm Troll die Forschungsarbeit an botanischen Sammlungen übernahm. Die Bezahlung reichte für das tägliche Leben nicht aus. Schweren Herzens entschied sich Haeckel in den Schuldienst zu wechseln, an die private Mädchenoberschule in Murnau a. Staffelsee. Dort lehrte sie Biologie, Chemie und Erdkunde und wurde wenig später Leiterin der Schule. Ihr Unterricht beschränkte sich nicht auf Bücher, sondern wurde oftmals ins Freie, ins Murnauer Moos verlegt.

Auf gemeinsamen Wanderungen mit Max Dingler erweiterte Haeckel ihre Kenntnisse vom Murnauer Moos und unterstützte Dinglers Bestreben, dieses vor industriellen Eingriffen zu bewahren. In der Schule wie auch in der Öffentlichkeit sensibilisierte sie ihre Mitmenschen für die Natur und die Notwendigkeit, sie zu schützen. Mit ihrem Engagement verhinderte sie so die geplante Müllverbrennungsanlage bei Eschenlohe und verhalf dem Murnauer Moos zu seinem heutigen Schutzstatus. 1974 erhielt Ingeborg Haeckel für ihre Naturschutzarbeit den Bayerischen Verdienstorden, 1978 den Naturschutzpreis des Bundes für Umwelt und Naturschutz und wurde 1988 Ehrenbürgerin von Murnau. 1994 verstarb sie in Murnau a. Staffelsee.

 

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