Hinterglasmalerei

© Hedi Scheck, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv

Ein besonderes Kunsthandwerk

Neben der Federblumenherstellung und der Lebzelterei gehört die Hinterglasmalerei zu den traditionsreichen Kunsthandwerken Murnaus. Aufgrund eines regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausches mit dem Kunstzentrum Augsburg, erhielten einige Murnauer Glasmaler dort ihre Ausbildung. Daraufhin entwickelte sich in Murnau eine qualitativ hochwertige Hinterglasmalerei.

Ihr Stil sowie ihre Motive waren von der spätbarocken Tradition Oberbayerns geprägt, die sie unmittelbar über meist in Augsburg gedruckte Kupferstich-Vorlagen für ihre Bilder übernahmen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Nachfrage nach Hinterglasbildern und so fertigte man in den umliegenden Orten einfachere Bildtypen für den Massenbedarf: leuchtende Farben, einfache schwarze Konturen und eine gewisse Primitivität der Darstellung. Es war ein Nebeneinander malerisch anspruchsvoller Bilder und populärer Serien.

Im Laufe des 19. Jahrhundert verdrängten die neuen farbigen Lithografien dieses Kunsthandwerk. Dennoch wurde die volkstümliche Hinterglasmalerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederbelebt: durch einen neuen Abnehmerkreis, die Sommerfrischler. Zu ihnen zählten auch die Künstler des Blauen Reiters. Sie begannen selbst in dieser Technik zu arbeiten und malten zunächst nach historischen Vorbildern. Inspiriert von diesem Kunsthandwerk entwickelten sie eine neue künstlerische Ausdrucksform: den Expressionismus.

Es gibt nur mehr wenige Hinterglaskünstler im ländlichen Raum um Murnau a. Staffelsee. Ihr Können lässt ein Stück Geschichte weiterleben und trägt zu einer vielfältigen Kunstszene im Blauen Land bei.

Murnaus Hinterglasmaler

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