Buchheim Museum

Ernst Ludwig Kirchner, Zwei sitzende Frauen und ein schreitender Mann, 1929 © Sammlung Kunsthalle Emden

Eine hochkarätige Kollektion

Umfangreiche Werkgruppen mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphiken der Maler der Künstlergemeinschaft Brücke (1905-1913) – Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller, Max Pechstein und Emil Nolde – sowie von Lovis Corinth und Max Beckmann bilden den Schwerpunkt der Sammlungen und werden in wechselnden Ausstellungen gezeigt.

Zusammengetragen wurde diese hochkarätige Kollektion, die die Entwicklung des deutschen Expressionismus von seinen Anfängen bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg dokumentiert, vom Maler, Verleger, Kunstbuch- und Romanautor („Das Boot") Lothar-Günther Buchheim (1918-2007). Er konzentrierte sich jedoch nicht ausschließlich auf die Expressionisten, sondern spürte zusätzlich deren Inspirationsquellen – Kunst aus Afrika und der Südsee – sowie expressive Tendenzen in Volks- und Völkerkundlichem nach.

Weltruhm erlangte die Sammlung in den 1980er Jahren durch eine Tournee durch Europa, die USA, Japan und Israel. Zu den Höhepunkten der Brücke-Kollektion gehört Erich Heckels Gemälde „Der schlafende Pechstein" (1910). Es gilt als Inkunabel des deutschen Expressionismus. Darüber hinaus werden in Sonderausstellungen unbekannte Schätze und Komplexe der Sammlungsbestände präsentiert – insbesondere aus dem Bereich klassische Moderne – oder vertiefen Themen der breit gefächerten Sammlungen. Veranstaltungen und Konzerte von Klassik bis Weltmusik in den Ausstellungsräumen intensivieren den Dialog zwischen Bild, Musik, Literatur und Theater.

Das in einem weitläufigen Park, unmittelbar am Starnberger See liegende Museumsgebäude mit rund 4000 m2 Ausstellungsfläche (Architekt: Günter Behnisch) verbindet Kunst, Natur und Architektur und wird so selbst zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Lothar-Günther Buchheim

Seit seiner Jugend hat der 2007 verstorbenen Kunstsammler festgehalten und gesammelt, was ihm originell erschien, und das meist gegen den Mainstream. Er durchstreifte mit Aquarellblock oder Kamera die Welt, hielt Zeit fest: das alte Paris und den Karneval in Venedig, die Schrecken des U-Boot-Kriegs und die oberbayerischen Moränenhügel. Ein Teil seiner Ausbeute dieser rastlosen Streifzüge ist im Museum der Phantasie zu bewundern.

Buchheim wurde schon früh in die Welt der Kunst eingeführt. Seine Mutter Charlotte war Malerin und förderte das Zeichentalent ihres Nachwuchses. Und so erlebte er den Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter und -zeichner. Es waren Erfahrungen, die er schließlich literarisch verarbeitet: in dem Bestseller „Das Boot". Die Verfilmung 1981 machte den Autor endgültig berühmt, doch zufrieden war er mit dieser Version von Wolfgang Peterson nicht.

In der Nachkriegszeit erwarb Buchheim zahlreiche Kunstwerke des Expressionismus, eine Stilrichtung, die von den Nazis als entartet diffamiert wurde. Doch nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfuhr sie eine Rehabilitierung und die Preise für Expressionistische Kunst stiegen, auch die der Sammlung von Lothar-Günther Buchheim. So eröffnete 2001 nach so mancher Schwierigkeit das Museum der Phantasie in Bernried am Starnberger See. Es war ein steiniger Weg bis zur Eröffnung des Museums. Denn trotz des triumphalen Zuges der Expressionisten-Sammlung um die Welt wollte Lothar-Günther Buchheims zweite Heimat, die Gemeinde Feldafing, sie nicht haben. Erst nach langjähriger Suche fand Buchheim das idyllische Plätzchen am Starnberger See. Der architektonisch innovative Bau wurde von der Bayerischen Landesregierung mit rund 20 Millionen Euro gefördert.

Seine Kritiker sind mittlerweile etwas leiser geworden, doch gerne werfen sie dem Sammler Beliebigkeit vor. Sein Museum enthalte lediglich ein Sammelsurium, das mit Ausnahme der Expressionisten wenig mit Kunst zu tun habe. Für Aufruhr sorgte auch Buchheims Propagandakunst, die er während seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter und -zeichner, angefertigt hatte. Sie sollte 2001 in Chemnitz ausgestellt werden, doch kurz vor der Eröffnung wurde die Schau abgesagt.

Öffnungszeiten

Di bis So sowie feiertags 10.00 - 18.00 Uhr
(April-Oktober)

Di bis Fr 10.00 - 18.00 Uhr
Sa, So sowie feiertags 10.00 - 17.00 Uhr
(November-März)

Anfahrt

Von Starnberg aus per Schiff. Mit dem MVV nimmt man die S6 bis Tutzing, von dort aus den RVO-Bus zum Museum (kein Betrieb an Wochenenden) oder die Regionalbahn bis nach Bernried. Von dort, durch den Ortskern, sind es etwa 20 Minuten bis zum Museum.

Kontakt

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Telefon: 08158 997020
Telefax: 08158 9961
E-Mail: info@buchheimmuseum.dewww.buchheimmuseum.de

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