Biotopkomplex

© Martin Doll, © Jonas Strohwasser

Ein einzigartiger Lebensraum

Das Murnauer Moos ist viel mehr als ein Moor und viel mehr als ein Farb- und Formenspiel der Natur, das es zu einem Erlebnis für jeden Augenmenschen macht. Es stellt hinsichtlich seiner Fläche und seiner Zusammensetzung an Kleinbiotopen den bedeutendsten Moorkomplex der Alpenrandmoore in Mitteleuropa dar. Streuwiesen, Nieder- und Übergangsmoore, Quelltrichter, Altwasser und Restseen mit vollständig ausgebildeten Hochmooren bilden ein einzigartiges Mosaik an verschiedenen Lebensräumen seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Über 160 dort vorkommende Arten befinden sich mittlerweile auf der Roten-Liste, darunter Glanzorchis, Sibirische Schwertlilie und Torf-Segge sowie Weißrückenspecht, Raubwürger und Wachtelkönig.

Seine Entstehung

Das Moor mit seinen geologischen Besonderheiten ist das Werk der Gletscher: Harte Gesteine widerstanden den enormen Bewegkräften der weißen Giganten und bildeten schließlich den Rand eines bis zu 250 Meter tiefen Beckens. Dieses füllte sich allmählich mit Geröll. Das Wasser konnte nur langsam abfließen. Es bildete sich schließlich ein See, der im Laufe der Jahrtausende durch absterbende Pflanzenreste mit einer dicken Moorschicht bedeckt wurde. So entstanden aufgrund der dauerhaften Feuchtigkeit und Nässe unterschiedliche Moortypen: in den vom Grundwasser durchströmten Bereichen Niedermoore, in staunassen Zonen Hochmoore. An manchen Stellen ist das Grundwasser zusätzlich aufgestaut, etwa durch die aus der Tiefe aufragenden Köchel. Und südlich der eiszeitlichen Rundhöcker quillt das Grundwasser aus dem Boden und bildet kleine Quellseen und -moore.

Wasserläufe, Seen und Köcheln

Sein großer Reichtum an Pflanzen- und Tierarten beruht vor allem auch auf den geologisch bemerkenswerten Hügelreihen, den Köcheln, sowie auf den zahlreichen Wasserläufen und Seen. Die größten Fließgewässer sind die Ramsach, die im Schwaigener Ortsteil Plaicken entspringt, und der Lindenbach, der seinen Ursprung in Bad Kohlgrub hat.

Bei den Köcheln handelt es sich um dicht bewaldete rundhöckerartige Erhebungen, die aus hartem Glaukoquarzit bestehen und in der Kreidezeit des Helvetikums entstanden. Ursprünglich bildeten sie Inseln im See und auch heute ragen sie einem kleinen Eiland gleich aus der ebenen Fläche des Mooses hervor.

Industrie und Naturschutz

Auf und um den Köcheln sind Waldökosysteme erhalten geblieben und das vor allem aufgrund ihrer inselartigen Erscheinung. Denn für den Menschen sind die Köchel schwer zugänglich. Dennoch wurden bis 2001 zwei der Köchel – am Moosberg und Langen Köchel – industriell genutzt. Ihr Gestein wurde abgebaut und für Infrastrukturmaßnahmen verwendet. Mit einem großangelegten Naturschutzprojekt und damit einhergehenden Schutzverordnungen wurden diesen Flächen renaturiert und größtenteils durch Naturschutzverbände und die öffentliche Hand angekauft.

Jahrhundertelange Handarbeit

Sein Schutz betrifft auch die angrenzenden Flächen. Und so ist für die dort ansässigen Bauern das Moos weiterhin als ein arbeitsreicher, aber ertragsschwacher Standort. Denn sie bewirtschaften es in mühevoller Handarbeit und beschränken sich darauf, die weniger nassen Flächen nur einmal jährlich zu mähen und das magere Heu als Einstreu zu nutzen.

 

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