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11. Dezember 2015
© Markt Murnau a. Staffelsee

Kreativ-Quartier für Murnau

Der Gemeinderat des Marktes Murnau hat sich in einer Sondersitzung am 9. Dezember 2015 für eine gewerbliche Zwischennutzung des ehemaligen Gemeindekrankenhauses im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft entschieden. „Murnau erhält ein Kreativquartier", so Bürgermeister Rolf Beuting, der mit dieser Entscheidung sehr zufrieden ist. Damit setze Murnau ein klares Zeichen für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung im kreativen und innovativen Bereich. „Wir wollen uns als Premium-Wirtschaftsstandort positionieren, als Motor für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen", macht Murnaus Erster Bürgermeister deutlich. Die Zwischennutzung ist vorerst befristet bis Ende 2018 und sieht neben der gewerblichen Nutzung auch Räume für die Unterbringung von bis zu 50 Flüchtlingen vor. Die Anlieger_innen des ehemaligen Krankenhauses wurden in einem Schreiben des Ersten Bürgermeisters über die Gemeinderatsbeschlüsse informiert.

Die Wirtschaftsförderung des Marktes wird ein Nutzungskonzept erarbeiten. Ziel ist es, für die Dauer der Zwischennutzung aus allen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft Unternehmen in Murnau anzusiedeln, mit lokalen und regionalen Unternehmen, Institutionen und Vereinen zu vernetzen und daraus tragfähige Projekte im wirtschaftlichen, kreativen, touristischen und sozialen Umfeld zu entwickeln.

„Wir müssen Murnau für junge Menschen attraktiv halten, um so die Folgen des demografischen Wandels abzumildern", ist Rolf Beuting überzeugt. Laut Prognosen könnte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich des Marktes Murnau um mehr als 20 Prozent bis 2030 verringern. Das Kreativquartier soll dem entgegen wirken und jungen Menschen eine Perspektive im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bieten. Denn sie sind es, die aufgrund fehlender Arbeitsplätze abwandern. Wertvolle Arbeitskräfte wie auch elementare Steuereinnahmen gehen dem Landkreis damit verloren. Wir schauen nicht hilflos zu, sondern packen an", betont Bürgermeister Rolf Beuting. Deshalb verzichtet die Gemeinde auf das zeitintensive Erstellen von Gutachten und Konzepten, die Antworten geben sollen, wie man auf die Veränderungen reagieren kann, und nimmt die Gestaltung seiner Zukunft schon heute in die Hand.

Gleiches gilt auch für die Flüchtlingskrise. In dieser Thematik hat die Gemeinde bereits vor einigen Wochen das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen kontaktiert, um das ehemalige Gemeindekrankenhaus hinsichtlich seiner Eignung als Flüchtlingsunterkunft prüfen zu lassen. Dabei hat der Marktgemeinderat bereits im Vorfeld einer konkreten Anfrage des Landratsamtes beschlossen, Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 50 Asylsuchenden zu schaffen.

Bislang gebe es noch keine Verhandlungen mit dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, ob und wann Asylsuchende im ehemaligen Gemeindekrankenhaus untergebracht werden sollen. Doch der Markt Murnau ist mit diesem Beschluss des Gemeinderates darauf vorbereitet, Opfern von Krieg und Terror zu helfen. „Wir wollen die Flüchtlinge schnell integrieren und ihnen Perspektiven in Murnau aufzeigen", erklärt Beuting. So setzt das Konzept zur Zwischennutzung bewusst nicht auf eine räumliche Trennung von Asylsuchenden und gewerblichen Nutzer_innen. Vielmehr sollen durch die vielfältige Nutzung des Areals Integration und Begegnung gefördert werden. Darüber hinaus setzt man hier auf die enge Zusammenarbeit mit Murnau Miteinander e.V. Für den Verein sind zusätzliche Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Gebäudes geplant.

Kontakt

Markt Murnau a. Staffelsee
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Telefax: 08841 476-289
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